Richtig, die gezeichneten Figuren erinnern an die beliebte TV-"Heidi". Kein Wunder, standen doch beide Serien unter der Federführung des berühmten japanischen Zeichentrickspezialisten Takahata. Universum kids hat nun exklusiv am 11.Mai diesen Jahres die ersten 25 Episoden der TV-Serie auf drei DVDs herausgebracht. Der Klassiker basiert auf Lucy Maud Montgomerys Roman „Anne auf Green Gables“, der 1908 erschienen ist und seitdem große und kleine Mädchen begeistert.
Mathew Cuthbert und seine Schwester Marilla leben auf der idyllisch gelegenen Farm „Green Gables“. Die Farmarbeit wird für die beiden alten Leute immer anstrengender. Sie beschließen einen Jungen aus dem Waisenhaus zu adoptieren. Doch was für eine Überraschung: Am Bahnhof wartet nicht etwa ein kräftiger Junger sondern ein rothaariges Mädchen: Anne. Und die plappert wie ein Wasserfall. Ob es wohl richtig war, dieses Kind nicht ins Waisenhaus zurückgeschickt zu haben, denken sich Mathew und Marilla. Aber kurz darauf hören sie die schrecklich traurige Geschichte dieses kleinen Mädchens und schon bald schließen sie sie in ihre Herzen. Jetzt warten jede Menge Abenteuer auf Anne. Aber seht selbst. Eine sehr einfühlsame, liebevoll, spannende und lustige erste Stafel wartet da auf euch.
Habt ihr Lust, diese tolle DVD zu gewinnen? Dann müsst ihr nur die Gewinnfrage richtig beantworten und mit etwas Glück, bekommt ihr bald Post vom Bücher-Dschungel.
Hier die Gewinnfrage: Wie heißt die Farm, auf der Mathew und Marilla leben?
Die Antwort bitte an: gewinnspiel@buecher-dschungel.de unter dem Stichwort: "Anne", Einsendeschluss ist der 30.Mai 2012. Viel Glück!
Ihr möchtet diese DVD lieber gleich kaufen? Ein Klick genügt:
Sie sind Kult: "Die drei ???". Seit 50 Jahren nun schon begeistern sie ihre treuen Leser. Ulf Blanck, der beim Kosmos Verlag so erfolgreiche Kinderbuchautor, begann vor 13 Jahren für ein jüngeres Publikum spannende Detektiv-Geschichten rund um Justus, Peter und Bob aus Rocky Beach zu schreiben.
Am 23.April 2012, dem Tag des Buches, war er der Einladung der Mühlenschule, einer Grundschule in Buchholz in der Nordheide gefolgt, und hat vor 140 Dritt- und Vierklässlern mit seiner spannenden und unterhaltsamen Lesung begeistert.
Nur mit der Hilfe der aufgeweckten Schüler gelang es, den kniffligen Fall aus dem ersten Band der "Drei ??? kids, Panik im Paradies", zu lösen. So mussten die Zahlencodes eines geheimnisvollen Aluminiumkoffers geknackt werden und natürlich war auch Kombinationsgabe gefragt. Dafür verriet Blanck so manchen Trick aus der Detektiv-Kiste, etwa, wie Fingerabdrücke gesichert werden können.
Ulf Blanck überzeugte mit seiner jungenhaften, unkomplizierten und witzigen Art. Auffällig seine schöne Erzählstimme, der man auch auf den zahlreichen "Die drei ??? Kids-CDs" lauschen kann. Freudig und geduldig erfüllte er die Autogrammwünsche der Mühlenschulen-Kids.
Eine gelungene Lesung, die hoffentlich viele Kinder animiert, in die Welt der Bücher zu tauchen.
An dieser Stelle wollen wir gleich das neue Buch von Ulf Blanck vorstellen:
Seltsame Unfalle passieren im neu eröffneten Kletterpark von Rocky Beach. Die Mammutbaume scheinen plötzlich nicht mehr sicher und stabil genug zu sein. Dem Kletterpark droht das Aus. Steve Landers, der Betreiber des Parks ist verunsichert. So viele Freunde haben ihm bei Bau des Parks unterstützt. Er hat doch gar keine Neider oder Feinde. Für Justus, Peter und Bob ist jedoch klar: Irgendjemand treibt ein falsches Spiel und möchte, dass die alten Bäume gefällt werden. Doch aus welchem Grund? Eine Erpressung als Grund? Landers wird jedenfalls kreidebleich, als ihn ein stimmlich verzerrter Anruf erreicht: "Ich verlange Tausend Dollar in kleinen Scheinen. Sonst wird es weitere Anschläge geben." Ob Justus, Peter und Bob diesen Fall wohl lösen werden? Ein aufregendes Abenteuer für die drei Detektive beginnt ...
Neues von Tinkerbell und ihren Freunden aus dem Tal der Feen. Freut euch auf ein zauberhaftes Abenteuer - eine fantastische Feen-Trilogie wartet. Habt ihr euch vielleicht schon mal gefragt, wie sich der kalte, graue Winter in ein farbenprächtigen Frühling verwandeln kann? Nun, man braucht natürlich ein paar liebe Feen, ein wenig Feenstaub und schon vollzieht sich das alljährliche Wunder. Taucht ein in die faszinierende Welt von Tinkelbell, Disneys berühmtester Fee. Zittert in einem anderen Abenteuer mit, ob es Tinkerbell gelingt, den Herbstbeginn zu retten. Und drückt ihr alle Daumen, dass sie mit Hilfe ihrer Freundinnen aus den Fängen von Lizzy gerettet werden kann.
Am 22.März 2012 erschien die neue DVD Box rund um die freche, süße Fee Tinker. 257 Minuten reinster Filmgenuss für alle kleinen Fans. Mit allen drei bisher erhältlichen TinkerBell Filmen und einem brandneuen Abenteuer "Die großen Feenspiele". Zauberhaft, liebenswürdig, witzig, spannend und abenteuerlich zugleich. So ist Tinkerbell, so lieben sie alle. Mit freundlicher Genehmigung von Disney verlost der Bücher-Dschungel ein Disney Fairies-Fanpaket,
bestehend aus der neuen DVD Box "Die großen Feenspiele + TinkerBell Feen-Trilogie", einer Tüte Blumensamen und einem Ravensburger Kinderpuzzle "Meine Fairies (10972) mit 100 Teilen XXL.
Bis zum 31. Mai 2012 können alle kleinen Gärtner auf www.disney.de/fairygolds Gewinnspielpakete gewinnen. Ab Juni 2012 werden dann alle Teilnehmer der Aktion aufgerufen, ihr Talent beim Hegen und Pflegen ihrer Blumensetzlinge zu zeigen und ihre Erfolge mit der Kamera zu dokumentieren. Bei einem großen Fotowettbewerb hat jede Einsendung dann die Chance auf weitere „feentastische“ Preise. Freut euch auf ca. 40 Fairygolds-Feenblumen. Ob im Garten oder auf dem Balkon, diese zarten Blüten werden ein wahrer Blickfang, über den Frühling hinaus.
Dieses tolle 100-Teile-Puzzle von Ravensburger gibt es in dem grandiosen Fanpaket zu gewinnen. Viel Spaß mit diesem wunderschönen Motiv. Sicher wird es schnell zu eurem Lieblingspuzzle zählen (www.ravensburger.de). Was ihr tun müsst, um das Fanpaket zu gewinnen?
Einfach die Gewinnfrage richtig beantworten und mit etwas Glück bekommt ihr bald Post vom Bücher-Dschungel.
Hier die Gewinnfrage: "Wie heißt Disneys berühmteste Fee?"
Eines der beiden Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien geht in diesem Jahr an die Autorin Marlene Röder für ihren Erzählband "Melvin, mein Hund und die russischen Gurken", der im August 2011 bei Ravensburger erschienen ist. Das Stipendium des Deutschen Literaturfonds und des Arbeitskreises für Jugendliteratur (AKJ) wird ihr am 15. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse in Leipzig verliehen.
"Marlene Röder wagt sich nach zwei Romanen in ihrem Buch 'Melvin, mein Hund und die russischen Gurken‘ an eine im Jugendbuch ungewöhnliche Form - an die kurze Erzählung. In Momentaufnahmen verdichtet sie entscheidende Situationen im Leben ihrer Figuren, fängt ihre widersprüchlichen Gefühle, ihre Unsicherheiten oder auch ihre Tollkühnheit ein, erzählt in knapp skizzierenden Sätzen und vor allem zwischen den Zeilen von den unterschiedlichsten Milieus und von Wendepunkten und Entscheidungen, von denen offen bleibt, wohin sie führen werden", heißt es in der Begründung der Jury. Die Autorin erhält eines der beiden sechsmonatigen Stipendien in Höhe von 12.000 Euro.
Marlene Röder, 1983 in Mainz geboren, schreibt seit ihrem 14. Lebensjahr. Sie absolvierte eine Ausbildung als Glasmalerin und beendete 2011 ihr Lehramtsstudium für Förderschulen in Gießen. "Melvin, mein Hund und die russischen Gurken" ist ihr drittes Werk. Das Manuskript ihres ersten Buches "Im Fluss" wurde 2006 mit dem Hans im Glück-Preis der Stadt Limburg ausgezeichnet, für den zweiten Titel "Zebraland" erhielt sie 2010 den Evangelischen Buchpreis. Alle drei Bücher sind im Ravensburger Buchverlag erschienen.
"Marlene Röder ist ein Ausnahmetalent. Es freut uns sehr, dass ihr schriftstellerisches Können auch vom Deutschen Literaturfond gefördert wird. Wir sind sehr glücklich, dass wir die Entwicklung dieser jungen Autorin begleiten und ihre Werke verlegen dürfen", sagt Ulrike Metzger, verlegerische Geschäftsführerin des Ravensburger Buchverlags.
Der Bücher-Dschungel stellt das Buch von Marlene Röder in der Rubrik "Bücher für Teens" vor. Viel Spaß beim Lesen!
Jodi Kantor hat das Vertrauen der Obamas gewonnen und gewährt uns mit diesem Buch einen tiefen Einblick in das Leben des berühmtesten Ehepaares der Welt. Kantor ist Journalistin und schreibt seit 2003 für die New York Times. Vor fünf Jahren startete sie ihre Karriere als Washington-Korrespondentin, Schwerpunkt: gesellschaftspolitische Themen. Ihr Buch ist das Ergebnis von mehreren Hundert Stunden Interviews mit über 200 Menschen aus dem unmittelbaren Kreis der Obamas und natürlich den Obamas selbst. Kantor nahm ihre journalistische Aufgabe ernst und legt hier kein weichgespültes Textlein hin, dass dem Pressestab des Weißen Hauses gefällt. Sie recherchiert und beobachtet und schnell ist klar, welchen politischen Einfluss die First Lady Michelle Obama hat. Und so kommt es auch zu dieser Äußerung von Barack Obama: "Meine Mitarbeiter machen sich viel mehr Sorgen darüber, was die First Lady denkt, als über mich."
Der Blick hinter die Kulissen läßt den schwierigen Spagat erahnen, den die Obamas täglich bewältigen müssen, sei es als ganz normale Eltern und im nächsten Moment als Präsidentenehepaar der USA, als Liebende und gleich darauf als kritische, diskussionsfreudige und gleichberechtigte Partner.
Der Wahlkampf läuft und wird mit dem Wissen aus diesem Buch noch spannender.
Tipp: "Die Obamas", Jodi Kantor, Droemer, 440 S., 19,99 €
20 Jahre HörAbenteuer - das muss gefeiert werden. Der Bücher-Dschungel stellt vier neue Produktionen des beliebten Hamburger Verlages vor, siehe "Rubrik Hörbücher". Freuen Sie sich auf Deutschlands witzigste Roman-Autorin Dora Heldt, spannende Dachbodengeschichten von Cornelia Funke, die Vampirschwestern und auf eine abenteuerliche Reise ins Märchenland.
Sie rufen wahre Begeisterungsstürme aus: Filly Fairy. Die pastellfarbenen kleinen Einhörner mit Krone und Flügeln . Freut Euch auf die schönsten Spiele, Bücher und Filly Fairy Kalender. Vielleicht sammelt ihr so gleich ein paar Ideen für den Weihnachtswunschzettel?
Schaut einfach nach unter "Spiele".....
Als Barbara Schaefer erfährt, dass ihre Freundin Katja am Hohen Dachstein tödlich verunglückt ist, packt sie das Nötigste in einen Rucksack und verlässt Berlin in Richtung Süden. Sie geht in zwei Etappen insgesamt fast sechs Wochen, geht rund 25 km am Tag und kommt so über Dresden nach Theresienstadt nach Prag und schließlich durch Böhmen und den Bayerischen Wald in dei Berge. Das Gehen hilft ihr, der Trauer nachzuspüren und Abschied zu nehmen. Eine Reise auf der die Autorin zurück ins Leben findet. Ein wunderbares Buch über Freundschaft. Ehrlich, gefühlvoll, spannend und traurig zugleich. Buchtipp: "Das Mädchen, das gehen wollte", B. Schaefer, Diana, 272 S., 16,95 Euro
Das Interview - Von Sonja Alexander
Bücher-Dschungel (BS):Trauer hat viele Gesichter. Manche Menschen müssen reden, schreiben oder igeln sich ein. Sie sind rund 900 km gelaufen. Wie ist es Ihnen gelungen, Ihre Trauer zu verarbeiten und gleichzeitig die Reise, den Weg an sich durchzustehen? Hat das Laufen Sie abgelenkt oder eher bestärkt beim Trauern? Barbara Schaefer: Das Eine hat das Andere bedingt. Das Gehen hat mir eben gerade geholfen, mit der Trauer ins Reine zu kommen. Das Laufen hat beides getan: Es hat auch abgelenkt, man muss sich ja immer um etwas kümmern, etwas zu essen kaufen, was nicht so leicht ist, wenn die Dörfer verwaisen und es keine Läden mehr gibt. Dann brauchte ich jeden Abend ein Bett, ein Pension oder ähnliches, das war auch nicht immer da zu finden, wo ich gehofft hatte. So hat man also zu tun. Andererseits hatte ich auch immer wieder viel Zeit zum Nachdenken, zum Zurück-Erinnern, aber genau das wollte ich ja auch.
BS: Wie haben Sie es nur allein durchgestanden mit der Polizei, der Bergwacht zu sprechen und zu wissen, ich bin alleine hier, niemand kann mich in den Arm nehmen. Woher nahmen Sie die Kraft? Babarba Schaefer: Ich habe mir das vorher nicht so konkret überlegt. Wahrscheinlich wäre es klüger gewesen, genau das nicht alleine durchzustehen. Da hatte ich mich überschätzt, meine Kraft überschätzt. Aber auch das ist, denke ich, ein normaler Prozess in einer Trauerphase, dass man nicht immer so genau weiß, wo man jetzt steht.
BS: Wie sehr hätte es Katja gefallen, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben zu ihrem letzten Lebenspunkt? Hatten Sie manchmal Zweifel, dass ihre beste Freundin mit dem Buch, das Gefühle, Erinnerungen und Erlebnisse, Einstellungen, Charakterschwächen- und stärken einer Person öffentlich macht, einverstanden ist? Barbara Schaefer: Ich bin überzeugt, dass Katja es gut gefunden hätte, dass ich mich auf den Weg gemacht habe. Unter der Voraussetzung, dass sie davon ausgehen konnte, dass mir das gut tut und es das Richtige für mich ist. Natürlich hatte ich Zweifel an meinem ganzen Tun, am Schreiben. Das muss ja auch so sein. Insgesamt bin ich aber für mich damit ins Reine und zu dem Schluss gekommen, dass es in Ordnung ist.
BS:Kamen Sie während Ihrer Wanderung an einen Punkt, wo sie fühlten, jetzt kann ich Abschied nehmen, jetzt wird es leichter? Barbara Schaefer: Ich wollte ja gar nicht Abschied nehmen, weil ich die Erinnerungen festhalten wollte. Am Ende war es aber dann doch so etwas wie ein Abschied. Und das war gut.
BS: Katja war für Sie fast eine Schwester, eine beste Freundin - ist so eine Art Freundschaft einmalig, so wie die große Liebe im Leben? Wie füllen Sie diese Lücke, wie gehen Sie mit dieser Endgültigkeit um? Barbara Schaefer: Jede Freundschaft ist doch einmalig, einzigartig. Jedem Menschen, dem wir nahe sind, sind wir anders nahe. Insofern ist die Formulierung "eine beste Freundin" die richtige. Es gibt noch andere Menschen in meinem Leben, die mir sehr nahe stehen. Aber keiner kann einen anderen ersetzen. Die Lücke, die Katja in meinem Leben hinterlassen hat, wird sich nie füllen. Das soll aber auch so sein.
BS: Vielen Dank für das Interview.
Er schafft es wie kein anderer, Kinder
für Geschichte und Literatur zu begeistern: Manfred Mai (60). Anfang September wurde der Winterlinger
Schriftsteller mit der Staufermedaille, einer besonderen persönlichen
Auszeichnung des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg,
ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: Mai versteht es, Schulstoff zum
spannenden Lesevergnügen zu machen und schwierige Zusammenhänge verständlich zu
vermitteln. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Bildung junger Menschen.
Mehr als 150 Bücher hat der ehemalige
Realschullehrer bislang geschrieben, viele davon wurden in bis zu 20 Sprachen
übersetzt. Sein Werk „Weltgeschichte“ wurde für den Deutschen
Jugendliteraturpreis nominiert. Für Schüler ab acht Jahren hat Mai im Ravensburger
Verlag in diesem Sommer die griechische Sagenwelt in vier Bänden kindgerecht
und spannend aufgearbeitet.
Mehr über „Das trojanische Pferd“ oder
„Die Irrfahrten des Odysseus“ unter
„Bücher für Grundschüler“.
Wer Manfred Mai beim Geschichtenschreiben
inspiriert, ob er ein Musterschüler war und was das besondere an seinem
neuesten Projekt ist, lesen Sie jetzt im exklusiven Interview.
Bücher-Dschungel (BD): Mit Ihren lebendigen Lesungen faszinierenSie die Kinder. Studien zeigen leider immer wieder, dass in den Familien nicht mehrso zahlreich vorgelesen wird. Was geht in der kindlichen Entwicklung daverloren? Warum ist das Vorlesen so wichtig?
Mai: Weil es auch in unserem Medienzeitalter für Kinder
zum Schönsten gehört,
wenn Eltern sich die Zeit nehmen, ihnen aus Büchern
vorzulesen. Dadurch
spüren Kinder, dass sie wichtig sind. Und was gibt es
Schöneres, als an
einem gemütlichen Plätzchen eng aneindergekuschelt einer
Geschichte zu
lauschen? Gute Geschichten regen die Fantasie der Kinder an
und ermöglichen
ihnen eine Art "Probehandeln im literarischen
Schonraum", indem sie sich in
andere Wesen hineinfühlen, mit ihnen überlegen und
entscheiden. Das macht
sie im Alltag handlungsfähiger. Kinder, denen nicht
vorgelesen wird, sind
ärmer.
BD: Sie haben in Ihrem
Schriftsteller-Leben schon viele Auszeichnungen erhalten, Was bedeutet Ihnen
das? Hat sich Ihr Lebenstraum erfüllt mit dem
Schreiben von Kinderbüchern?
Mai: Lebenstraum ist ein großes
Wort. Und bis ich zwanzig war, habe ich nicht
einmal davon geträumt, Bücher zu schreiben. Als junger
Lehrer habe ich dann
meine ersten Geschichten und Gedichte geschrieben und bald
gemerkt, dass mir
das Schreiben immer wichtiger wird. Tja, und dass ich mit
meinen Büchern
Millionen Kinder erreiche, ist wirklich ein Traum, ein
wunderschöner! Und
natürlich freue ich mich sehr, wenn ich für meine Arbeit
auch die eine oder
andere Auzeichnung erhalte.
BD: Wer
inspiriert Sie beim Geschichtenschreiben? Wie bleiben Sie am Puls der Zeit?
Mai :
Obwohl unsere Töchter inzwischen erwachsen sind, trage ich immer noch
viele Geschichten in mir herum, die ich mit ihnen erleben
durfte und
manchmal auch musste, als sie noch kleiner waren. Und es
gibt auch heute
Kinder in der Familie und der Nachbarschaft, die mich zu
Geschichten
anregen. Außerdem habe ich engen Kontakt zu etlichen
Kindern und
Jugendlichen in unserer Gemeinde - unter anderem gebe ich
Tennistrainig und
spiele regelmäßig mit einer Gruppe Fußball.
Da ich meine Lesungen sehr offen gestalte und die Kinder
einbeziehe, erfahre
ich auch dabei einiges von dem, was sie beschäftigt. Und
viele schreiben mir
in Briefen und Mails, was sie zu meinen Büchern meinen und
über welche
Themen sie gern eine Geschichte lesen würden.
BD: Sie verstehen es, Kinder für Geschichte zu
begeistern. Jungs, die Ihre
Bücher lesen, sprechen plötzlich nicht mehr von
Comic-Helden, sondern
von Schiller und dem Deutschen Bauernkrieg.
Davon können Lehrer in der Regel nur träumen. Woran liegt
es, Sie haben
ja selbst als Lehrer gearbeitet, wie kann man Kinder für
Vergangenes
interessieren, wie muss der Unterricht aussehen, damit
Kinder sich mit
ihrer Geschichte auseinandersetzen und
warum ist das Wissen um die Geschichte so wichtig?
Mai : Für den Geschichtsunterricht gibt es natürlich keine Patentrezepte.
Entscheidend ist meines Erachtens, die Schüler erfahren zu
lassen, dass man
sich mit Geschichte nicht um der Geschichte willen
beschäftigt. Im
Unterricht sollte deutlich werden, dass und wie historische
Ereignisse nach
vorne wirken, wie eines aus dem anderen wächst, wie die Welt
so geworden
ist, wie sie heute ist. Das war auch der Ansatz bei meinen
Geschichtsbüchern. Die Anhäufung von "großen
Männern", Daten und Fakten, die
man büffeln soll, ist nicht sehr motivierend. Wichtiger ist
es, einen "roten
Faden" sichtbar zu machen, der bis ins Heute reicht.
Wer unsere Zeit, wer
die Welt verstehen und fundiert mitreden will, muss die
Geschichte kennen.
BD: Wie hat Ihnen als Kind die Schule gefallen, der
Deutsch- und
Geschichtsunterricht? Hat er Sie animiert, zu lesen, in
Phantasiewelten
einzutauchen, zu forschen? Was war Ihr Lieblingsbuch?
Welchen
Schriftsteller mochten Sie als Kind? Gibt es ein Buch, das
Ihr Leben
verändert hat?
Mai: Ich war kein guter Schüler und
bin nicht gern zur Schule gegangen. Mein
Lieblingsfach war Sport! Mein Horrorfach war Deutsch (ich
hatte große
Probleme mit dem Lesen und mit der Rechtschreibung). Am
meisten hat mich als
Junge interessiert, wie die Menschen früher gelebt haben. Und
eines Tages hat
unser Lehrer aus dem "Rulaman - Eine Erzählung aus der
Zeit des
Höhlenmenschen und des Höhlenbären" vorgelesen. Das war
lange Zeit mein
Lieblingsbuch. Abgelöst wurde es dann vom Sammy Drechsels
"Elf Freunde müsst
ihr sein". Ansonsten war ich leider kein großer Leser.
Nicht ein Buch hat mein Leben verändert; aber die vielen
Bücher haben mich
im Lauf der Jahre schon beeinflusst und damit auch
verändert.
BD: Ihr neuestes Projekt: Lesekonzerte. Was passiert
da genau? Wie nehmen
es die Kinder an?
Mai: Bisher gab's das "Lesekonzert" nur
für Erwachsene. Entstanden ist diese
Form aus der Zusammenarbeit mit dem Musiker Martin Lenz. Für
ihn schreibe
ich deutsche Liedtexte, er komponiert die Musik und singt
die Lieder. Dabei
wird er von dem Pianisten Lutz Nienhagen begleitet.
Dazwischen lese ich
Texte, die ich eigens für das Programm geschriebenen habe.
Texte und Songs
ergänzen sich, nehmen Themen und Gedanken auf und führen sie
weiter. Die
Zuhörer werden mitgenommen auf eine literarisch-musikalische
Reise.
Nun haben wir ein Programm für Kinder gemacht: Musikalische
Lesungen.
BD: Der Bücher-Dschungel dankt Ihnen für dieses Interview.
Interview: Sonja Alexander Foto Manfred Mai: Maria Hopp Internet-Tipp: www.manfred-mai.de
Exklusiv im Bücher-Dschungel: das Experten-Interview
Heute: Regina Keller, diplomierte Sprachlehrerin für Französisch und Englisch (Uni Zürich) und diplomierte Suggestopädin (Superlearning Trainerin). Ihr Motto: "Jedes Gehirn ist zum Lernen gemacht - man darf es bloss nicht daran hindern!" Im Bücher-Dschungel verrät die dreifache Mutter, wie Kinder am besten Fremdsprachen erlernen.
Bücher-Dschungel: In welchem Alter macht es Sinn, Kinder an eine neue Sprache heranzuführen? Keller: Je früher desto besser. Jedes Kind lernt gerade in den ersten Lebensjahren viele Dinge von allein. Wichtig ist, dass man ihm die Möglichkeit gibt, das in seinem Tempo, altersgerecht und mit Spaß zu machen. Schauen Sie sich zweisprachig aufwachsene Kinder an. Sie wechseln mühelos von der einen in die andere Sprache. Der Gedanke an Überordnung einer Sprache kommt gar nicht auf. Ist das Elternhaus nicht zweisprachig, reicht es, wenn man das Kind mit zwei, drei Jahren mit der Fremdsprache in Kontakt bringt. Man kann Liedchen in Englisch oder Französisch singen oder fremdsprachige Kinderlieder-CDs kaufen, den englischen Radiosender ab und zu einschalten, eine ausländische Studentin suchen, die mit den Kindern bastelt. Oder im entsprechenden Land Ferien machen, eins der zahlreichen Lehrmittel kaufen, mit denen sich das Kind möglichst selbständig beschäftigt.
Bücher-Dschungel: Wie können Eltern ihre Kinder fördern? Keller: Für mich fängt eine sinnvolle Frühförderung der Kinder im Kopf der Eltern an. Dabei spielt natürlich die eigene Erfahrung beim Erlernen einer Fremdsprache eine große Rolle. Man hat die zahlreichen, mühseligen Stunden des Vokabelpaukens in Erinnerung, die Grammatikprüfungen, die schlechte Note darunter. Diese Ängste und Erinnerungen sollte nicht an die Kinder weitergegeben werden. Sie sollten ohne Leistungsdruck und Drill, aber mit Spaß eine neue Sprache kennenlernen. Meine Philosophie kommt in meinen Produkten zum
Ausdruck (CD's zu beziehen unter www.cleverkids.ch - Siehe auch unter der Bücher-Dschungel Rubrik: Englisch lernen, Anmerkung der Redaktion). Das Kind hört sich eine Geschichte an, die ihm gefällt und in
welcher ganz natürlich fremdsprachige Personen eingeflochten sind. Es
hört sich die Geschichte immer wieder an, weil sie ihm gefällt und
nicht in erster Linie, weil es etwas dabei lernt - das merkt es nämlich
oft nicht mal. Und wie nebenbei nimmt es ganz viel an intuitivem
Verständnis für Satzmelodie, Syntax, Aussprache und Vokabular mit.
Bücher-Dschungel: Viele Eltern meinen, ein früher Fremdsprachenerwerb überfordere das Kind, wie sehen Sie das? Keller: Lernen ist ein natürliches Verhalten. Hat das Kind Spaß dabei, kommt es gar nicht auf die Idee, es könne mühsam sein. Wenn jedoch die Eltern sagen, jetzt muss mein armes Peterchen schon mit sieben Französisch lernen, dann denkt sich das Peterche, da muss doch was faul sein, mit diesem Französisch und schon klopfen die ersten Lernblockaden an die Hintertüre. Die frühe Förderung durch fremdsprachige Liedchen z.B. hat nichts Überforderndes. Das sind vielmehr nur Chancen, eine Basis zu schaffen, eine Lernbereitschaft, auf der man in der Schule aufbauen kann.
Bücher-Dschungel: Leider vergeht den Kindern an der Schule oft die Lust am Sprachenlernen. Wie kann man das ändern? Keller: Für den Unterricht in der Schule würde ich mir wünschen, dass er das Spielerische in den ersten Jahren konsequent beibehält. Das Hörverständis und den kommunikativen Ausdruck fördert, ohne gleich die Freude am kreativen Ausdruck zu hemmen. Allzu oft wird die nämlich rasch abgewürgt durch diese unsägliche Null-Fehler-Toleranz. Die hat zu einem späteren Zeitpunkt ihre Berechtigung, aber in den ersten Jahren würde ich Toleranz vor "Recht" ergehen lassen. Viele Teenager kommen in meine Kurse und kennen den Subjonctif, können aber beim Bäcker kein Baguette kaufen, weil der Satz ja falsch sein könnte. Da läuft doch was schief!
Interview: Sonja Alexander Foto: privat Internet-Tipp: www.cleverkids.ch
Exklusiv im Bücher-Dschungel: das Experten-Interview
Heute: Margarete Schwab, Referentin an der Akademie für Information und Management (AIM) in Heilbronn. Die AIM bietet seit vier Jahren in Zusammenarbeit mit freiberuflichen Referenten der "Stiftung Lesen" kostenlose Seminare für Vorlesepaten an. Selbstbewusst und sprachgewandt durch Bücher - Warum das Vorlesen so wichtig ist.
Bücher-Dschungel: Wie weckt man bei Kindern die Freude am Lesen? Schwab: Wie so oft im Leben, kann ich nur dann Begeisterung bei jemand anderem wecken, wenn ich sie selber in mir spüre. Das strahlt dann aus und überträgt sich. Man kann aber bei Kindern nichts erzwingen, sondern bewirkt eher das Gegenteil, wenn man zum falschen Zeitpunkt etwas unbedingt erreichen möchte. Besser ist es, abzuwarten, und es später noch einmal zu probieren. Die meisten Kinder aber genießen das Vorlesen, weil sie das Gefühl haben, dass ein Erwachsener sich für sie Zeit nimmt und ihnen Aufmerksamkeit zukommen lässt. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein.
Bücher-Dschungel: Brauchen Babys schon Bücher? Schwab: Mit dem Vorlesen kann man nicht früh genug beginnen. Das Vorlesen bietet die Möglichkeit für intensiven Körperkontakt, das Kind kann sich an seine Mutter oder den Vater kuscheln, was sehr wichtig für die Entwicklung von kleinen Kindern ist. Deshalb genießen Kinder auch die Gute-Nacht-Geschichte am Bett. Beim Vorlesen für Säuglinge geht es gar nicht darum, dass ein Kind versteht, um was es in der Geschichte geht. Das Kind nimmt sehr viel aus der Lautstärke, dem Klang und der Melodie des gesprochenen Wortes mit, und es ist vor allem die Beziehung zu den Eltern, die darüber gepflegt wird. Erst später, wenn das Kind mit ein bis zwei Jahren selber sprechen lernt, gewinnt das Vorlesen an Bedeutung für die Sprachentwicklung. Sie erweitern ihren Wortschatz, lernen grammatische Strukturen "fast beiläufig" und ihre Phantasie wird angeregt.
Bücher-Dschungel: Wie liest man Kindern am besten vor? Schwab: Vorlesen heißt nicht, zu schauspielern und die Stimme zu verstellen, sondern einen Text lebendig zu machen. Es genügt, das Lesetempo zu verändern, lauter oder leiser zu sprechen, besonders Bedeutsames zu betonen. Kurze Pausen und ein angemessenes Sprechtempo helfen den Kindern, das Gehörte aufzunehmen und innerlich zu verarbeiten. Gut ist es, immer auf die Reaktion der Kinder zu achten, denn dies zeigt, ob sie die Geschichte interessant finden oder eher nicht.
Bücher-Dschungel: Wie sieht die optimale Vorlese-Atmosphäre aus? Schwab: Sie sollte sehr angenehm von allen empfunden werden. Zum Beispiel eine kuschelige, ruhige Ecke im Kindergarten oder Zuhause, in der Grundschule ein überschaubarer Stuhlkreis. Wichtig ist, dass sich die Kinder möglichst ungestört auf die Vorlesestunde konzentrieren können. Schön sind auch bestimmte Rituale, die den Kindern signalisieren, dass jetzt etwas Besonderes kommt oder dann wieder endet. Eine Begrüßungszeromonie, ein Gegenstand, der immer während des Vorlesens aufgestellt wird und in der Kiste ruht, bis zum nächsten Vorlesen. Oder der Vorleser verkleidet sich mit Hut und Schal in einen Geschichtenzauberer.
Bücher-Dschungel: Sollte man Grundschülern auch noch vorlesen? Sie verfügen doch schon über eine mehr oder weniger starke Lesekompetenz. Schwab: Auch Grundschulkinder lieben es noch, wenn ihnen vorgelesen wird, obwohl sie schon selber lesen können, denn es bedeutet Aufmerksamkeit und Zuwendung. Durch das Vorlesen kann man ihr Interesse an Büchern wecken, so dass sie selber dann zu Lesern werden. Gerade Jungen haben da häufiger Probleme. Das Vorlesen kann ihnen zeigen, welch spannende Geschichten in Büchern zu entdecken sind und dass sich die Mühe des Lesenlernens lohnt. Jungen sind oft an Helden oder Sachthemen interessiert, das gilt es zu berücksichtigen. Denn nur wenn Jungen das Gefühl haben, dass sie das Thema anspricht, sind Bücher für sie eine wirkliche Alternative zum Medium Fernsehen oder Computer.
Bücher-Dschungel: Wie wichtig ist die Buchauswahl, sollen die Kinder diese allein bestimmen? Schwab: Der Vorleser muss sich an den Interessen der Kinder orientieren, er selber muss aber die Auswahl treffen. Hinter dem Buch sollte er innerlich auch stehen, es gut kennen und schon mehrfach laut gelesen haben. Übrigens, Kinder mögen es, mehrfach dieselbe Geschichte vorgelesen zu bekommen. Vorleser sollten sich darauf einlassen, wenn die Kinder dies wünschen. Aber Eltern sollten auch immer wieder neue Bücher bringen, um für Abwechslung und Themenvielfalt zu sorgen. Die Interessen der Kinder verändern sich schließlich im Laufe ihrer Entwicklung.
Interview: Sonja Alexander Foto: AIM Infos im Web: www.aim-ihk.de und www.stiftunglesen.de